zum Thema

Dialog und gesellschaftliche Beteiligung

sich berühren lassen

Gesellschaft sind wir alle

Die christliche Botschaft ist die Botschaft von der Würde eines jeden Menschen und unserer sozialen Verantwortung. Um dieser Botschaft gerecht zu werden, braucht es eine Gesellschaft, die die Vielfältigkeit der Menschen wertschätzt, Minderheiten integriert, Benachteiligten zu ihrem gleichberechtigten Platz verhilft.

Gesellschaft, das sind wir alle! In Bolivien wie in Deutschland stehen wir als Bürgerinnen und Bürger unserer Länder und als Christinnen und Christen vor der Herausforderung diese Gesellschaft demokratisch und durch unser konkretes Handeln zu prägen, mit dem Evangelium als unserer Richtschnur.

Demokratie heißt Kompromisse schließen

Dass Demokratie nicht einfach ist, zeigt sich auch in unserem Partnerland Bolivien sehr deutlich. Dort stehen sich verschiedene Interessengruppen beinahe unversöhnlich gegenüber. Es wird polarisiert, Dialog ist sehr schwierig.

In Deutschland ist das demokratische System seit sieben Jahrzehnten stabil gewachsen. Aber auch hier stellt sich die Frage, wie ernsthaft die Menschen ihren Staat und die Gesellschaft (und damit auch das globale Zusammenleben) aktiv mitprägen. Lassen wir uns in Deutschland nicht allzu oft von der Komplexität der politischen Themen und Strukturen abschrecken und ergeben uns den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen als hätten wir nichts damit zu tun?

Demokratie ist darauf angewiesen, dass Menschen aufeinander zugehen, zuhören und Kompromisse schließen. Sie braucht Menschen, die sich eine Meinung bilden und für diese eintreten, die den Mut haben Dinge zu hinterfragen und Neues anzuregen.
Demokratisches Zusammenleben ist keine Selbstverständlichkeit, weder in Bolivien noch in Deutschland, sondern braucht engagierte Menschen, die die Demokratie lebendig halten. (Hildegard Hamm-Brücher sagte dazu „Durch Ruhe und Ordnung kann die Demokratie ebenso gefährdet werden wie durch Unruhe und Unordnung.”)

Sich politisch engagieren

In der Partnerschaftsarbeit setzen wir dort an. Die verschiedensten Akteure in Bolivien (z. B. die Fundación Jubileo, Partnerschaftsgruppen der Diözesen, die Pastoral Juvenil Vocacional) befähigen Menschen, sich an den politischen Diskussionen zu beteiligen und demokratische Strukturen in ihrem Land aufzubauen und zu festigen (z. B. im Prozess des Schuldenerlass 2000, in Sozialforen, ...)
In der Arbeit in den Pfarreien, Dekanaten, Schulen und (Jugend)Verbände des Bistums Trier motivieren wir uns und andere, Verantwortung für das Jetzt und die Zukunft zu übernehmen und sich politisch zu engagieren (z. B. in der „Aktion Arbeit“, in „Tafel“-Projekten, zum „G8-Gipfel“, in der (Kommunal)Politik, ...).

Gesellschaftliche Beteiligung findet in vielfältigen Formen statt. Die Bolivienpartnerschaft bietet eine Fülle von Anlässen sich auch im globalen Kontext politisch einzubringen und damit die christliche Botschaft weiterzutragen. Sie beinhaltet auch die Einladung zum Nachdenken und Austauschen darüber, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen und auf welchen neuen Wegen wir Dialog und gesellschaftliche Beteiligung in Bolivien und in Deutschland stärken können.