Informationen zu Bolivien

  • Geographie

    Bolivien, oder genauer gesagt der Plurinationale Staat Bolivien, ist ein andines Binnenland Südamerikas und knapp 1,1 Mio. km² groß. Nachbarländer sind Brasilien im Nordosten, Argentinien und Paraguay im Süden sowie Peru und Chile im Westen. Das Land lässt sich grob in drei Zonen unterteilen: Anden, die Täler östlich der Anden und das Amazonastiefland, sodass auch das Klima nicht vielfältiger sein könnte: Hochgebirgsklima, subtropisches und tropisches Klima und Trockengebiete – all das findet sich in Bolivien. Im Nordwesten befindet sich mit dem Titicacasee der höchste schiffbare See der Welt, der halb zu Bolivien, halb zu Peru gehört. Im Südwesten liegt mit dem Salar de Uyuni die größte Salzwüste der Welt.
    Durch den hohen indigenen Bevölkerungsanteil (40 %) gibt es neben Spanisch über 30 weitere Sprachen, die in Bolivien gesprochen werden. Am bedeutendsten sind dabei Quechua (südliches Hochland), Aymara (westliches Hochland) und Guaraní (Tiefland).

  • politische Situation

    Obwohl Sucre die Hauptstadt Boliviens ist, befindet sich der Regierungssitz in La Paz. Seit Januar 2006 ist Evo Morales Ayma von der linksgerichteten Partei Movimiento al Socialismo (MAS – auf Deutsch: Bewegung hin zum Sozialismus) Präsident des Andenstaates und wurde 2014 zum dritten Mal wiedergewählt. (Durch die Umbenennung des Landes von „Republik Bolivien“ in „Plurinationaler Staat Bolivien“ und die damit verbundenen Verfassungsänderungen wurde seine zweite Amtszeit als erste Amtszeit im neuen System gewertet, weshalb er noch einmal wiedergewählt werden konnte – offiziell ist nur eine Wiederwahl erlaubt ). Um sich auch eine vierte Amtsperiode zu sichern, setzte er im März 2016 ein Referendum an, um die Voraussetzungen zur Wiederwahl zu ändern, doch dieses scheiterte: gut 51 Prozent der Bolivianer stimmte gegen eine zweite Wiederwahl des Präsidenten.
    Das Land verfügt über ein Präsidialsystem. Das Parlament wird demokratisch gewählt und besteht aus einem Zweikammersystem: dem Senat und dem Abgeordnetenhaus, in dem sieben Sitze für Vertreter indigener Stämme reserviert sind. Aktuell sind Morales Movimiento al Socialismo (61,4 %), die wirtschaftsliberale Partei Unidad Democrática (24,2 %) und die konservative Partei Partido Demócrata Cristiano (9 %) im Parlament vertreten. Das Land ist in neun Departamentos mit den jeweiligen Gouverneuren und Regionalparlamenten gegliedert, die wiederum in 311 Gemeinden unterteilt sind.
    Bolivien ist u. a. Mitglied der Vereinten Nationen, der Organisation Amerikanischer Staaten OAS und der Union Südamerikanischer Staaten UNASUR.

  • wirtschaftliche Situation

    Obwohl Bolivien mittlerweile zu den südamerikanischen Staaten mit dem größten Wirtschaftswachstum gehört – das Bruttoinlandsprodukt verzeichnet jährliche Zuwachsraten von vier bis fünf Prozent – zählt es noch immer in weiten Teilen als Entwicklungsland. Das rohstoffreiche Land ist stark auf den Export konzentriert und weist kaum weiterverarbeitende Industriezweige auf. Daher ist es extrem von den internationalen Rohstoffpreisen abhängig, insbesondere im Bereich Erdgas, Metalle, Mineralien und im landwirtschaftlichen Bereich Soja, Holz, Zucker und Nüsse.

    Doch dies könnte sich demnächst ändern, da Bolivien mit Unterstützung des deutschen Unternehmens K-UTEC AG Salt Technologies schon bald mit dem industriellen Lithiumabbau im Salar de Uyuni beginnen könnte. Durch die große Bedeutung von Lithium für die Produktion von Akkus jeglicher Art hat dieser Industriezweig enormes wirtschaftliches Potential für die Zukunft des Landes.  
    Bolivien ist u. a. assoziiertes Mitglied der südamerikanischen Freihandelszone Mercosur, gehört dem Lateinamerikanischen Wirtschaftssystem SELA und der „Bolivarischen Alternative für die Völker unseres Amerikas- Vertrag über Handel der Völker ALBA-TCP“ an.

  • Kirche in Bolivien

    Knapp 80 Prozent der rund 10 Millionen Bolivianer sind katholisch. Daneben existieren einige evangelikale Gruppierungen und Naturreligionen. Die Wurzeln hat der katholische Glaube in Bolivien im 16. Jahrhundert, als die Region kolonialisiert wurde und viele europäische Missionare nach Südamerika kamen. Bereits 1552 wurde das erste Bistum, das Erzbistum Sucre, gegründet. Heute ist das Land in 18 Jurisdiktionen – 10 Bistümer und Erzbistümer, zwei Prälaturen, fünf Vikariate und die Militär- und Polizeiseelsorge – aufgeteilt. Auf nationaler Ebene wird die katholische Kirche durch die Bolivianische Bischofskonferenz repräsentiert, deren Vorsitz momentan Mons. Ricardo Centellas, Bischof von Potosí, innehat.

    In ihren Pastoralschreiben äußert sich die Bolivianische Bischofskonferenz zu aktuellen gesellschaftlichen Themen äußert. So veröffentlichte sie 2012 das Pastoralschreiben "Das Universum - Gabe Gottes für das Leben" zum Thema Mensch und Entwicklung, in dem sie sich selbst zu konkreten Schritten zur Schöpfungsbewahrung verpflichtet. Im April 2016 thematisierten die Bischöfe in ihrem Schreiben „Heute bringe ich Leben oder Tod vor Dich“ die Problematik des zunehmenden Drogenhandels und Drogenmissbrauchs.