zum Thema

Aufforstung und nachhaltige Landwirtschaft

In den andinen Tal- und Hochlandregionen Boliviens leben die Kleinbauernfamilien von den oft meist kargen Erträgen der Landwirtschaft. Die Felder, ihre Ertragsgrundlage, sind stark durch Erosion und unangemessene Nutzung gefährdet. Abholzungen früherer Zeiten und die Wetterveränderungen durch den Klimawandel verstärken dies.

Anpflanzung neuer Setzlinge

nachhaltige Landwirtschaft in der Region Corocoro

Daher hat zum Beispiel in der Region Corocoro im südlichen Teil des Departamentos La Paz die Pastoralsozial-Caritas der Prälatur Corocoro nach Lösungen für die Familien gesucht.

Vor 10 Jahren wurde mit Unterstützung durch Misereor mit Aufforstung und Maßnahmen zur Verbesserung der Anbaumethoden begonnen. Die Beratung und Weiterbildung der Bauern sowie die Maßnahmen zum Bodenschutz haben sehr gute Erfolge gezeigt und zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Bauern und Bäuerinnen beigetragen. Darum soll das Projekt weitergeführt werden und in den kommenden drei Jahren weitere Gemeinden in das Programm einbezogen werden. Nächstes Ziel ist Beratung und Arbeit in  ausgewählten Gemeinden in den Munizipien Luribay, Patacamaya und Colquiri.

Geplant sind folgende Maßnahmen:

•    Beratung in der Anlage von Terrassen auf ca. 3  ha in vier Gemeinden
•    Bereitstellung von jährlich 12.000 Baumsetzlingen in 17 Gemeinden
•    Unterstützung beim Bau von 8 Wasserauffangbecken in 7 Gemeinden
•    Beratung der Bauern hinsichtlich Bodendeckung und Mischfruchtanbau
•    Ausbildung von 24 PromotorInnen  
•    Beratung zum Bau von Ställen und Tränken zur Verbesserung der Tierhaltung

Das Departamento Pando im Norden Boliviens

nachhaltige Landwirtschaft in Pando

Auch in der Region Pando im Norden Boliviens hat die Pastoralsozial-Caritas des Viakariats Pando ein Projekt zur Förderung nachhaltiger Landwirtschaft ins Leben gerufen. In der gibt es immer weniger Jugendliche, die Interesse daran haben, die landwirt¬schaftliche Arbeit ihrer Eltern weiterzuführen. Die Folgen dieser Entwicklung sind bereits sichtbar: auf dem lokalen Markt finden sich immer weniger regionale Nahrungsmittel und die angebotenen Produkte anderer Regionen sind so teuer, dass sich viele Menschen die höheren Preise nicht leisten können. Infolgedessen leiden sie an Unterernährung, Blutarmut und anderen gesundheitlichen Problemen.

Das Projekt der Pastoralsozial Caritas nimmt sich daher dieser Problematik an¬. Den Jugendlichen sollen die Bedeutung von Arbeit und Erwerb im familiären Kontext und die Wichtigkeit von Umweltschutzes nähergebracht werden. Außerdem soll ihnen konkret Wissen über die Arbeit in der Landwirtschaft vermittelt werden, um Ernährungssicherheit und Einkommen der Menschen in Pando zu gewährleisten.

Die Bolivianische Bischofskonferenz hat 2012 zum Thema Umwelt und menschliche Entwicklung ein Pastoralschreiben veröffentlicht, das Sie hier nachlesen können.