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Lebensgut Wasser: schützen – ernten – teilen

Als es im Juli und August so heiß war, gab es nichts Schöneres, als an richtig kühles Wasser zu kommen. Wenn man eine staubtrockene Kehle hat, meine ich, kann man richtig spüren, wie das kühle Nass durch die Speiseröhre rinnt. Wunderbar, was für eine Erfrischung! Wenn dann noch genug Wasser da ist, um es sich über die Handgelenke, den Nacken und vielleicht sogar die Beine laufen zu lassen, ist es unglaublich erfrischend. Man fühlt sich gleich wieder belebt und voller Energie.

Wie wichtig Wasser ist und wie sehr es die eigenen Gedanken bestimmen kann, habe ich während einer mehrtägigen Radtour erlebt: Mit über 30 Grad fast zu heiß zum Fahren war klar, dass ich viel Wasser trinken sollte, um nicht vom Fahrrad zu fallen. Aber das Gebiet, durch das ich fuhr, war eher dünn besiedelt, Geschäfte fast gar nicht vorhanden und öffentliche Trinkwasserbrunnen nicht zu finden. Da ließ ich mir keinen Tropfen Wasser über die Handgelenke laufen und bei jedem Schluck überlegte ich, wie lang das Wasser noch reichen würde und wo es wohl wieder eine Gelegenheit gäbe, die Flaschen nachzufüllen. Glücklicherweise musste ich nicht dursten, weil ich genug Geld hatte, um mir etwas zu kaufen, wenn es eine Gelegenheit dazu gab und weil ich auch mal an einem der wenigen Häuser unterwegs schellte und mir jemand meine Flaschen füllte. Aber was, wenn es auch dort kein Wasser gegeben hätte? In einem Gästehaus in der Schweiz wurde vor einigen Wochen auf die Wasserknappheit hingewiesen und darum gebeten, sparsam mit Wasser umzugehen.

Was, wenn die Menschen mir auf meiner Radtour meine Flaschen nicht aufgefüllt hätten? Nicht umsonst sagt der Volksmund: „Durst ist schlimmer als Heimweh.“ 

Dieser Sommer hat mir neu vor Augen geführt, wie unendlich kostbar Wasser ist, wie sehr wir darauf angewiesen sind und wie wichtig es ist, dass alle Menschen Zugang zu sauberem Wasser haben, unabhängig davon, wie viel Geld sie haben. Und ich hoffe, dass die Menschen in Bolivien in diesem Jahr nicht wieder so lange auf den Regen warten müssen wie im Jahr 2016. Damit sie und wir das Lebensgut Wasser schützen und teilen und so ernten können.

Sr. Kerstin-Marie Berretz OP