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Höchststand an Neuinfektionen in Bolivien

Während in Deutschland wieder ein Stück Normalität einkehrt, steigen in unserem Partnerland die Infektionszahlen weiter an – Bolivien meldet fast täglich neue Höchststände an täglichen Infektionen. Zurzeit liegen die täglichen Neuinfektionen offiziell bei etwas mehr als 3.000 / Tag (zum Vergleich: auf die deutsche Bevölkerungszahl hochgerechnet entspräche das ca. 24.000 täglichen Neuinfektionen), es ist aber von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Schwerpunkt des Infektionsgeschehens ist, wie schon bei der ersten Welle, die Region Santa Cruz. Außerdem ist die Region Cochabamba stark betroffen. In beiden Städten melden viele Krankenhäuser, keine freien Intensivbetten mehr zu haben. Viele Menschen müssen an den Türen der Krankenhäuser abgewiesen werden, weil es keine freien Betten und Medikamente mehr gibt.

Ein wachsendes Problem ist die Versorgung der Krankenhäuser mit medizinischem Sauerstoff. Die vorhandenen Anlagen sind überlastet und die Versorgung der Krankenhäuser in Gefahr. Angehörige der Erkrankten versuchen in vielen Fällen, auf eigene Faust Sauerstoffflaschen aufzutreiben und stehen dafür tagelang vor den Toren der Firmen Schlange.

Ausgangsbeschränkungen für die Bevölkerung, wie sie im vergangenen Jahr angewandt wurden, soll es dieses Mal nicht geben: der erste Lockdown hatte das Land in eine schwere Wirtschaftskrise gestürzt. Die linksgerichtete Regierung unter Präsident Luis Arce möchte eine weitere Verschärfung der wirtschaftlichen Lage vermeiden und stattdessen auf mehr Tests und eine rasche Impfkampagne setzen. Die Opposition kritisierte das Vorgehen der Regierung als zu lasch und forderte strengere Maßnahmen.

Derzeit sind weiterhin das Tragen von Masken in öffentlichen Gebäuden und das Social Distancing verpflichtend, werden aber kaum noch eingehalten – Pandemiemüdigkeit macht sich breit. Das Schuljahr begann im Februar mit Distanzunterricht. Nach Ansicht vieler Bildungswissenschaftler birgt diese Maßnahme, ähnlich wie in Deutschland, die Gefahr, die vorhandene Bildungsungleichheit zu verschärfen. Denn nicht alle Kinder und Jugendlichen verfügen über einen Internetanschluss und einen Computer. Einige Regionen und Städte erlassen eigene Beschränkungen wie ein Verbot für Alkoholausschank oder die Schließung von Bars und Restaurants.

Die verschiedenen politischen Lager geben sich gegenseitig die Schuld für den späten Start der Impfkampagne. Zwar ist die Impfkampagne im März angelaufen, es gibt jedoch organisatorische Schwierigkeiten. Ob genügend Impfstoff zur Verfügung steht, ist noch unklar. Bisher wird in Bolivien überwiegend mit Sputnik V und Sinopharm geimpft.

Gemeinsam gegen COVID-19: Mit den Partnern die Betroffenen in Bolivien unterstützen!

Erfahren Sie hier, wie die Bolivienpartnerschaft des Bistums aktiv wird.