Bolivien-Bierdeckel

Zur Partnerschaftswoche 2018 haben wir uns einen neuen Aktionsartikel ausgedacht: Unsere Bolivien-Bierdeckel. Diese geben kurz und knapp Auskunft über Bolivien und bieten einen leichten Einstieg in ein Gespräch über unser Partnerland. Weitergehende Informationen zu den sechs verschiedenen Bierdeckeln finden Sie hier.

Die Bolivien-Bierdeckel können zum Preis von 5,00 Euro je 100 Stück in der Diözesanstelle Weltkirche, 0651/7105-398 bestellt werden.

  • Bierdeckel zum Thema Kinderarbeit

    Bolivien ist das einzige Land weltweit, in dem Kinderarbeit unter bestimmten Umständen ab 10 Jahren erlaubt ist. Lange haben die Gewerkschaften arbeitender Kinder für ihr Recht auf Arbeit gekämpft, bis dieses im August 2014 per Gesetz verabschiedet wurde. Das Gesetz besagt, dass Kinder ab 10 Jahren selbstständig, zum Beispiel als Schuhputzer oder Straßenverkäufer, und ab 12 Jahren als Angestellte arbeiten dürfen. Gefährliche Arbeiten, die die Gesundheit oder die körperliche Entwicklung beeinträchtigen können, wie zum Beispiel das Tragen schwerer Lasten oder die Arbeit in der Mine, sind bis zum Alter von 15 Jahren strikt verboten. Durch dieses Gesetz können die Kinder und Jugendlichen nun besser ihre Rechte einfordern, was ihnen zuvor in der Illegalität unmöglich war.

    Für viele Kinder und Jugendlichen ist die Arbeit Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite brechen arbeitende Kinder und Jugendliche wesentlich häufiger die Schule vor dem Erreichen des Schulabschlusses ab. Schlechte Arbeitsbedingungen und geringe Löhne sind die Folge, sodass auch ihre Kinder später gezwungen sind, durch ihre Arbeit etwas zum Familieneinkommen beizutragen. Auf der anderen Seiten ist die Arbeit für viele Kinder und Jugendliche überhaupt erst der Schlüssel zur Bildung. Denn die staatlichen Schulen Boliviens erheben zwar keine Schulgebühren, doch die Kosten für die erfolderliche Schuluniform, Lernmaterialien und ggf. die Busfahrt stellen die Familien vor große Herausforderungen, die viele nur dank des verdienten Geldes der Kinder und Jugendlichen meistern können.

  • Bierdeckel zur Hauptstadt Boliviens

    Fragt man jemanden, welche die Hauptstadt Boliviens sei, bekommt man häufig die Antwort: La Paz. Doch diese Antwort ist falsch. Denn in La Paz ist zwar der Regierungssitz, die eigentliche Hauptstadt des Landes ist aber das wesentlich kleiner Sucre. Die knapp 240.000 Einwohner zählende Stadt wurde  1538 von Pedro Anzurez Marques de Campo Redondo als Ciudad de la Plata de la Nueva Toledo gegründet und erhielt erst nach der Unabhängigkeit 1825 ihren heutigen Namen. Dieser hat nicht etwa etwas mit Zucker zutun, wie mancher Französischliebhaber vermuten könnte, sondern geht auf den Freiheitskämpfer Antonio José de Sucre zurück, der gemeinsam mit Simon Bolívar maßgeblich zur Unabhängigkeit Perus und Boliviens beitrug. Da die Stadt strategisch schlecht gelegen ist, wurde der Regierungssitz Ende des 19. Jahrhunders nach La Paz verlegt und nur der Oberste Gerichtshof blieb in Sucre.

  • Bierdeckel zum Wasserkrieg von Cochabamba

    im Jahr 2000 in Cochabamba und 2004/05 in El Alto. Der Wasserkrieg von Cochabamba wird heute häufig als Musterbeispiel anti-neoliberaler Privatisierungskämpfe angesehen, doch für die Menschen war es bitterer Ernst. Die Wasserprivatisierung war eine Forderung der Weltbank, die sie an die Vergabe von notwendigen Krediten für die bolivianische Regierung geknüpft hatte. 1999 erhielt daher Aguas del Tunari, eine Tochterfirma der amerikanischen International Water Ltd., die Konzession für die Wasserversorgung der Stadt. Diese schloss die Enteignung gemeinschaftlich genutzter Brunnen mit ein. Dies hatte immense Preissteigerungen von bis zu 250 Prozent zur Folge, sodass viele Bewohner Cochabambas sich das Wasser kaum noch leisten konnten. Daraufhin schlossen sich Gewerkschaften, Vereinigung, Umweltgruppen und andere lokale Institutionen zusammen und forderten in Protesten, Demonstrationen und Mobilisierungen, den Vertrag mit Aguas del Tunari und die Wasserprivatisierung rückgängig zu machen. Trotz Ausgangssperren und verhängtem Ausnahmezustand brachen die Proteste nicht ab. Nach tagelangen Straßenkämpfen, bei denen ein Mensch starb und viele weitere verletzt wurden, sah sich die Regierung von Präsident Hugo Banzer schließlich gezwungen, einzulenken und den Vertrag rückgängig zu machen.[1] Erst im November letzten Jahres  hat die Regierung ein Gesetz implementiert, dass allen Bolivianern das Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung garantieren soll.[2] Somit lassen sich in Zukunft keine Wasserprivatisierungen mehr mit dem Gesetz vereinbaren.

    [1] Quitzsch, Florian: “’El agua es de todos’ – Die Wasserkonflikte von Cochabamba und El Alto”, 2011.



     

     

  • Bierdeckel zum Karfreitag in Cochabamba

    "Ich komme aus der Stadt Boliviens, in der am meisten gegessen wird", so stellte sich einmal eine bolivianische Freiwillige vor. Die Rede war von Cochabamba. Die mit gut 630.000 Einwohnern viertgrößte Stadt Boliviens liegt im fruchtbaren Cochabamba-Tal und ist als kulinarische und gastronomische Metropole bekannt. Daher wundert es nicht, dass es hier auch zu Karfreitag eine ganz besondere Tradition gibt: Im Gedenken an die 12 Jünger Jesu wird ein 12-Gänge-Menü serviert - da aber der Karfreitag ja ein Fasttag ist, sind alle Gänge vegetarisch. Für die sonst sehr fleischgeprägte Küche Boliviens durchaus eine Besonderheit!

  • Bierdeckel Stau an der Copacabana

    Reist man Ende Juli oder Anfang August an die Copacabana am Titicacasee, stellt man fest, dass die kleine Stadt noch bunter und voller ist als sonst. Überall am Straßenrand sitzen Verkäufer, die Heiligenfiguren, Dekorationsmaterial, Bier, Zigaretten und Cocablätter verkaufen. Und  sind es sonst vor allem Touristen, die zum Ausflug auf die Sonnen- und Mondinsel an den Titicacasee kommen, so sind es in dieser Zeit eher die Einheimischen. Von überall her kommen die Menschen aus Bolivien und Peru an die Copacabana, einen über 3.000 Jahre alten Wallfahrtsort. Der Grund: am 5. August ist der Tag der Jungfrau von Copacabana, der Schutzheiligen des Ortes. Von dieser erbitten die Menschen den Segen für ihre Autos und Busse, um im kommenden Jahr unfallfrei zu bleiben. Doch den Segen gibt es nicht umsonst: Damit ein Priester oder Schamane (oder manchmal auch beide) das Auto segnen, muss man zunächst ein Ticket lösen und das Auto mit verschiedensten Dekorationsartikeln verzieren.

  • Bierdeckel Salar de Uyuni

    Der Salar de Uyuni im Südwesten Boliviens ist der größte Salzsee der Welt. Mit einer Fläche von fast 11.000 Quadratkilometern ist er halb so groß wie Rheinland-Pfalz und es wird gesagt, dass Neil Armstrong ihn sogar aus dem Weltall erkennen konnte. War der Salzsee bisher vor allem eines der touristischen Highlights Boliviens, so wurde er in den letzten Jahren auch für die Industrie immer interessanter. Denn unter der meterdicken Salzschicht lagern große Mengen an Lithium, das vor allem für die Herstellung von Akkus in Zeiten fortschreitender Elektromobilität von immer größerer Bedeutung ist. Seit einiger Zeit betreibt Bolivien ein Pilotprojekt zum Lithiumabbau. Denn eines steht für die Regierung felsenfest: Sowohl der Abbau als auch die Weiterverarbeitung des Lithiums sollen in bolivianischer Hand bleiben, damit auch der Gewinn den Bolivianern, und keinen ausländischen Firmen zugutekommt.