Bolivien-Partnerschaftswoche 2018

Die Bolivien-Partnerschaftswoche rückt näher! Unter dem Leitwort "Lebensgut Wasser: schützen - ernten - teilen" widmet sie sich den verschiedenen Facetten des Themenfeldes Wassers, das in Bolivien angesichts von immer häufigeren Dürren und Überschwemmungen, aber auch bei uns durch nitratbelastetes Grundwasser oder die derzeitige Hitzewelle von Bedeutung ist.

Alle Materialien für Ankündigungen oder zur Pfarrbriefgestaltung sowie das Werkheft können Sie sich nun hier herunterladen. Auch Informationen zum Thema und den Anmeldebogen für den Partnerschaftstag am 6. Oktober, den wir mit allen Freundinnen und Freunden der Partnerschaft feiern wollen, stehen nun bereit.

Begegnungsreise aus Bolivien

Eine Besonderheit in diesem Jahr ist die Begegnungsreise aus Bolivien, die vom 23. September bis 13. Oktober stattfinden wird. Während der Partnerschaftswoche werden die 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in verschiedenen Pfarreien der beiden Partnerbistümer Trier und Hildesheim zu Gast sein, um das hiesige Gemeindeleben kennenzulernen und die Partnerschaftswoche mitzufeiern. Bei uns im Bistum werden insgesamt 13 Gäste in Gerolstein, Remagen, Neuwied, Hermeskeil, Saarlouis und Trier untergebracht sein. Informationen zu Veranstaltungen mit den Gästen finden Sie hier.

5. Gesamtamerikanischer Missionskongress in Santa Cruz Bolivien erfolgreich zu Ende gegangen.

Vom 10. bis 14. Juli fand der 5. Missionskongress für ganz Amerika (CAM) in Bolivien statt. Aus allen Ländern Nord-, Mittel- und Südamerikas nahmen Delegationen teil. Ziel des internationales Kongresses ist es, unter dem Leitwort „¡América en misión, el Evangelio es alegría!“ (Amerika missionarisch auf dem Weg, das Evangelium bedeutet Freude!) die Identität und das missionarische Engagement für die Mission zu stärken, um die Freude des Evangeliums allen Völkern zu verkünden und dabei besonders auf die Peripherien der Welt heute zu achten und einer gerechteren, solidarischen und geschwisterlichen Gesellschaft zu dienen.

Am Kongress nahmen Teilnehmer aus dem Bistum Trier als Vertreter der Partnerkirche Boliviens teil. Ihre Eindrücke können Sie hier verfolgen.
Zur Vorbereitung des Missionskongresses hatte die bolivianische Bischofskonferenz die Nachbildung eines Missionskreuzes aus den Jesuitenreduktionen des bolivianischen Tieflands an alle Bischofskonferenzen Amerikas überreicht. Ein solches Missionskreuz übergab im September 2017 der Vorsitzende der bolivianischen Bischofskonferenz, Bischof Ricardo Centellas, an die Trierer Partnerkirche. Dieses Kreuz hat seit Anfang 2018 Stationen in Gemeinden, Orden und Schulen gemacht und ist während des Missionskongresses im Dom zu Trier aufgestellt.

  • Schlussbotschaft des CAM 5: Mehr Präsenz mit der verwandelnden Kraft und der Freude des Evangeliums

     Santa Cruz de la Sierra (Fides) – Mit den wichtigen missionarischen Impulsen, die von Papst Franziskus ausgehen "war der CAM V zweifellos ein Moment der Gnade für die Kirche in Amerika, der das Missionsbewusstsein der gesamten katholischen Glaubensgemeinschaft neu beleben kann, um mit der verwandelnden Kraft und mit der Freude des Evangeliums in der Welt präsent zu sein und … nach Wegen der Gemeinschaft und Versöhnung im sozialen und politischen, interreligiösen und kirchlichen Bereich zu suchen“, heißt es zu Beginn der Schlussbotschaft des Fünften Amerikanischen Missionskongresses (CAM 5), die vor dem Schlussgottesdienst am 14. Juli auf der Plaza de Cristo Redentor in Santa Cruz, von Pepe Cervantes, Mitglied der theologischen Kommission des CAM verlesen wurde.
    „Mit einem missionarischen und evangelisierenden Gefühl und mit prophetischer Kühnheit“ heißt es in dem Text weiter, „wird dieser Kongress von nun an Veränderungen in kirchlichen Aktivitäten und Strukturen fördern, so dass diese Kirche ‚im Aufbruch’ die Sendung Gottes zur Mission Ad Gentes erfüllt, besonders gegenüber den Armen und den Ausgegrenzten, denen, die Christus nicht kennen oder die Werte, die vom Evangelium der Freude ausgehen“.
    Auf der Grundlage der Richtlinien des Zweiten Vatikanischen Konzils und der CELAM-Konferenz in Aparecida, die besagen, dass „die Kirche im wesentlichen missionarisch ist, wenn sie sich mit den Herausforderungen der heutigen Welt konfrontiert und ausgehend vom Evangelium und vom Wort Gottes nach angemessenen Antworten sucht“, sind sich die Teilnehmer der großen Veränderungen bewusst „die die Kulturen und Gesellschaften dieser postmodernen Ära erschüttern". Zu den Herausforderungen, die von Bedeutung für die Kirche sind, gehören auch Phänomene die, insbesondere den amerikanischen Kontinent betreffen: die Krise der Familie mit allen sich daraus ergebenden Problemen, Verstöße gegen das Leben und die Menschenwürde, Menschenrechtsverletzungen, wirtschaftliche Dominanz weniger, Arbeitslosigkeit und Armut, Ungerechtigkeit und Mangel an Solidarität, Umweltprobleme, Ungleichheit und Gewalt gegen Frauen, Migration, indigene Völker sowie interne Aspekte der Kirche selbst, die von allem von Pädophilie-Skandale betroffen ist und unter einem Rückgang der Berufungen leidet.
    Diese Themen wurden während der Zeit der Vorbereitung, insbesondere in internationalen Symposien und auf nationalen Missionskongressen und bei anderen Veranstaltungen in den Kirchen Amerikas, umfassend behandelt und diskutiert, was zum Entstehen des Arbeitspapiers beitrug, das dem CAM 5 zugrunde lag. In der Bilanz zum Kongress betonte Pfarrer Cervantes: "Wir haben fünf intensive Tage mit einem umfangreichen Programm erlebt, die die Aufmerksamkeit aller Teilnehmer auf sich gezogen haben". Er dankte in diesem Zusammenhang allen, die an der Organisation und Feier des Kongresses mitgewirkt hatten: Erzbischof Sergio Gualberti von Santa Cruz, der den Kongress leitete; Bischof Eugenio Scarpellini, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke von Bolivien, der die Arbeiten koordinierte; Kardinal Fernando Filoni, Sondergesandter von Papst Franziskus; der bolivianische Kardinal Toribio Ticona; Erzbischof Giovanni Pietro Dal Toso, beigeordneter Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker und Präsident der Päpstlichen Missionswerke; Schwester Roberta Tremarelli, Generalsekretärin der Päpstlichen Kindermiissionswerke; alle amerikanischen Delegationen der Päpstlichen Missionswerke, die Bischofskonferenz von Bolivien, eine große Anzahl von Bischöfen aus den Ländern Amerikas und anderen Teilen der Welt, Priester, Ordensleute und Laien. Insgesamt 3.177 Teilnehmer waren angemeldet. Zusammen mit den freiwilligen Helfern und den Familien von Santa Cruz, bei denen die Delegierten untergekommen waren, waren insgesamt 3.830 Personen beteiligt. "Eine enorme Demonstration der Begeisterung und Hilfsbereitschaft, der Hingabe und der Freude", so der Geistliche.
    Das Schlussdokument enthält abschließend eine Reihe von Handlungslinien für die missionarische Erneuerung der Kirche in Amerika: die Vermittlung der Freude des auferstandenen Herrn und der Seligpreisungen; der Aufbruch zu den Peripherien der Welt und Begegnung mit "Anderen"; die Vermittlung von Wissen über die Bibel und die Evangelien; die Förderung von Gemeinschaften des missionarischen Lebens; die Förderung der Gemeinschaft der Güter in der Kirche und mit den Armen; die Förderung der Versöhnung in allen Lebensbereichen; das Wecken eines Bewusstsein für die prophetische und befreiende Mission in allen sozialen Bereichen; die Betrachtung der Evangelisierung der Familie als einen christlicher Schlüssel zur sozialen und kulturellen Veränderung zu betrachten; die Förderung einer missionarischen Kirche der Priester und Laien; die Förderung und Begleitung der Berufung zum Priester- und Ordensleben; die Feier des Glaubens und der Volksfrömmigkeit unter missionarischen Gesichtspunkten. (SL) (Fides 16/7/2018)

    LINK: Il testo integrale delle conclusioni, in spagnolo -> http://www.fides.org/it/attachments/view/file/Conclusiones-del-V-CAM.pdf

  • Tag 5 des Missionskongressees - Eindrücke von Michael Meyer vom 14. Juli

    Tag 5, Freitag 14.07.2018
    Mission praktisch: Nach der Entsendung am frühen Morgen ziehen die Kongressteilnehmer zu zweit durch die Straßen und Viertel ihrer jeweiligen gastgebenden Pfarreien, um persönlich vom Missionskongress zu berichten, aber auch um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Dieses Art und Weise der Straßen "Mission" trifft im kulturellen Kontext Boliviens auf viele offene Türen... Am Nachmittag endet der Kongress mit einem bewegenden Abschlussgottesdienst am "Cristo de Concordia", auf dem Platz dort wo Papst Franziskus vor 3 Jahren den offiziellen Startschuss zum fünften CAM gegeben hat und die "Missionskreuze" in alle Länder Lateinamerikas entsandt hat. Erzbischof Sergio Gualberti, Santa Cruz, nimmt in seiner aufrüttelnden Predigt Bezug auf die Völkerwallfahrt zum Berg Zion (Jesaja 2) und ermutigt die Kongressteilnehmer, ihre Sendung vor Ort in ihren Heimatländern als eine Mission des Friedens, der Gerechtigkeit, der Wahrheit und der Barmherzigkeit aufzuhnehmen. 

  • Tag 4 des Missionskongresses - Eindrücke von M. Meyer und P. Nilles vom 13. Juli

    "Mission und Prohpetie" steht als Hauptwort über dem vierten Kongresstag. Luis Castro, Erzbischof von Tunja in Kolumbien, beginnt seinen Votrag mit dem Zitat eines seiner "Catequistas":
    "Ich kann doch nicht lesen - Schick mir nicht deine Papiere - Ich kann doch wirklich nicht lesen - Schick mir einen Menschen, der mir die Botschaft überbringt; den will ich sehen".
    Missionarische Zeugnis also über den Königsweg des eigenen Lebenszeugnisses! Am Vormittag verabschiedet sich Kardinal Filoni, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker und Sondergesandte von Papst Franziskus, unter großem Jubel und mit dem Mottolied, das inzwischen zu einem Ohrwurm geworden ist: "América en Misión - El Evangelio es alegría". Der neue Kardinal Boliviens, Toribio Ticona, bedankt sich im Namen der bolivianischen Kirche bei Card. Filoni (s. Foto). Unser Workshop am Nachmittag gestalten wir als einen Markt der Möglichkeiten. Die Teilnehmer stellen sich ihre missionarischen Initiativen und Impulse vor: Der "Missionssommer" in Puerto Rico trifft da auf die "Missionarische Kar- und Osterfeier für Jugendliche" in Peru; die "Missionarische Bildung für Laien zur Friedensarbeit in Mexiko" auf "Stärkung des Missionsbewusstseinsarbeit für alle Getauften im Volk Gottes" in Brasilien. Welch ein Reichtum von Erfahrungen und Impulsen!
    Am Abend sind alle Kongressteilnehmer in ihren Pfarreien zusammen mit den gastgebenden Familien zum Gottesdienst und Fest der Kulturen eingeladen. Übrigens haben sich für die mehr als 3000 Teilnehmer mehr Gastfamilien gemeldet, als Teilnehmer anwesend waren. Noch einmal bewahrheitet sich, dass die Gastfreundschaft in Bolivien groß geschrieben wird, besonders aber hier in Santa Cruz: "La Ley del crucenho es la hospitalidad" (Das erste Gebot in Santa Cruz ist die Gastfreundschaft). Zusammen mit den Mitarbeiter der Nationalen Partnerschaftskommission, der Hildesheimer Delegation, einigen Freiwilligen aus der Partnerschaftsarbeit feiern wir in der Pfarrei "Virgen de Fatima" die Eucharistie und gedenken in besonderer Weise Christine Siebert-Landsberg, der langjährigen Vorsitzenden der Hildesheimer Partnerschaftskommission, die am Tag zuvor gestorben ist. Mit musikalischen Beiträgen und Tänzen aus Bolivien, Chile und Deutschland klingt der Tag froh und heiter aus. (M. Meyer)

     

  • Tag 3 des Missionskongresses - Eindrücke von Michael Meyer vom 12. Juli

    Tag 3, Donnerstag 12.07.2018

    Am Morgen des dritten Kongresstages stehen zwei Hauptvoträge zum Thema "Die Mission in unserer Zeit".

    Der bolivianische Jesuit Sergio Montes betont in seinem viel beachteten Beitrag, dass die kritische Auseinandersetzung mit der Lebensrealität unerlässlich für jeden Missionar -  also für jeden Getauften ! -  sei. Er nimmt Bezug auf die drei großen Handlungsvorschläge, die der internationale Kongress immer wieder nennt: 1. Die Einführung eines neuen kirchlichen Dienstamtes für Frauen ("Ginacolitado"), 2. die Intensivierung der Feier der Eucharistie als Gemeinschaft mit den Armen und 3. die Einrichtung eines panamerkianischen Observatoriums für Menschenrechte.

    Am Nachmittag treffen sich die über 3000 Teilnehmer wieder in ihren Workshops und Arbeitsgruppen. Unsere Trierer Gruppe leitet die Arbeitsgruppe zu "neuen Formen missionarischer Zusammenarbeit", an dem 45 Teilnehmer aus 12 Nationen teilnehmen.

  • Tag 2 des Missionskongresses - Eindrücke vom 11. Juli 2018

    "Am zweiten Tag des Missionskongresses, der unter dem Leitwort "América en misión, el evangelio es alegría (Amerika missionarisch auf dem Weg, das Evangelium bedeutet Freude!)" steht, fanden sich die rund 3000 Teilnehmenden am Versammlungsort ein, um neue Impulse zu erhalten, Erfahrungen auszutauschen und ihrer jeweiligen Ortskirche ein Gesicht zu geben. Bezeichnenderweise widmete sich der erste Vortrag des Kongresses der begeisternden Freude des Evangeliums. Bischof Guido Charbonnea (Honduras) hob in seinen Ausführungen unter anderem hervor, dass es bei der Verkündigung des Evangeliums nicht um eine formelle oder unterkühlte Mitteilung einer Botschaft geht; vielmehr soll diese Verkündigung lebendig und von Freude geprägt sein. Bischof Ricardo Centellas, der Vorsitzende der Bolivianischen Bischofskonferenz, gab in einer der Untergruppen, in denen die Anstöße des Vortrags vertieft und diskutiert wurden, zu bedenken, dass uns nicht die Sammlung von Titeln mit Freude erfüllt, sondern die Großzügigkeit." (Yvonne Uebel)

  • Tag 1 des Missionskongresses: Eindrücke vom 10. Juli

    "Kardinal Filoni, Präfekt der Kongregation der Evangelisierung der Völker, betonte in seiner Predigt bei der Messe zur Eröffnung des 5. gesamtamerikanischen Missionskongresses in Santa Cruz: 'Die Mission hat ein einziges Herz, ein einziges Zentrum, einen einzigen Namen: Jesus, der in der hebräischen Terminologie "Gott ist Hilfe" heißt.'" (Yvonne Uebel)

    "Dieses missionarische Ereignis möge das Leben der Kirche Boliviens erneuern. Es ist ein wertvolles Zeichen, dass das Missionskreuz in dieser Woche des Missionskongresses in der Kathedrale von Trier steht." (Bischof Ricardo Centellas, Vorsitzender der Bolivianischen Bischofskonferenz)

    Weitere Bildimpressionen von Peter Nilles und Michael Meyer finden Sie hier.

Trier gratuliert Kardinal Ticona

Toribio Ticona aus Bolivien ist einer der 14 neuen Kardinäle in der katholischen Kirche.

Vor dem Petersplatz bildeten sich lange Schlangen mit Menschen aus den Herkunftsdiözesen und -ländern der 14 neuen Kardinäle, die von Papst Franziskus das Kardinalsbirett und den Ring als Zeichen ihrer neuen Würde und Rolle erhielten. Es war – wieder – ein ausdrücklich weltkirchliches Konsistorium: Die Besucher zeigten die Fahne Madagaskars, die Pilgergruppe aus Pakistan hatte Sonnenschirme mit dem Namen ihres Erzbischofs. Und zu den 14 neuen Kardinälen zählte auch Toribio Ticona, emeritierter Bischof der Prälatur Corocoro, gelegen auf dem bolivianischen Altiplano.

Als am Pfingstsonntag die Nachricht kam, dass aus Bolivien der inzwischen 81 Jahre alte Toribio Ticona von Papst Franziskus die Kardinalswürde erhalten werde, gab es zunächst ungläubige Rückfragen und große Überraschung. Mit ihm hatte keiner gerechnet – und er selbst ebenso wenig. Mit der Nachricht verband sich dann die Freude über die große Wertschätzung, die der Papst diesem einfachen, bescheidenen und authentischen Seelsorger und Bischof gegenüber zum Ausdruck brachte und mit ihm der ganzen bolivianischen Kirche. Weiter...